Kiwis
Der lange Weg der Kiwi
Ursprünglich ist die Kiwi im gemäßigten Südwestchina zu Hause und hat von dort aus den Weg in Richtung Japan oder auch Malaysia gefunden. Heute verbinden die meisten Menschen die Kiwi unweigerlich mit Neuseeland. Daneben wird sie aber auch im Mittelmeerraum, in den USA, Chile, Indien oder auch Russland angebaut. Die ersten Kiwipflanzen wurden im Jahr 1904 in Europa angeboten, als gleichzeitig die Kiwi Einzug in Neuseeland hielt. Aber wie kam sie von China in den Rest der Welt?
Das Jahr 1899 war die Geburtsstunde des Kiwianbaus in Europa – der französische Geistlicher Pater Paul Farges sandte als erster Samen von China aus nach Frankreich, aber erst im Jahr 1900 konnte dank E.H. Wilson, der die Kiwi in England einführte, der kommerzielle Anbau und Verkauf in Europa ins Rollen gebracht werden. Er hatte sie bei einer Expedition entdeckt und Samen nach England geschickt.
Vier Jahre später im Jahr 1905 führte Isabella Fraser Samen der Kiwipflanze in Neuseeland ein, die sie von einem Besuch in China mitbrachte, wo ihre Schwester als Missionarin diente.
Dies bildete die Grundlage für den Kiwianbau in Neuseeland, denn alle heutigen kultivierten Sorten stammen von diesem besagtem Samenmaterial ab, welches Isabella Fraser von ihrer Chinareise mitgebrachte. Das Klima Neuseelands erwies sich dahingehend als optimal für den Kiwianbau. Heute verbindet man Neuseeland fast zwangsläufig mit der eigentlich aus China stammenden Kiwi fruit. Nicht umsonst nennt man die Neuseeländer auch Kiwis.
Eine Person, die sich um die Züchtung der Frucht verdient gemacht haben, ist beispielsweise Hayward Wright, ein passionierte Gärtner aus Auckland, der in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts die grüne Kiwi züchtete und anbaute. Nach ihm ist die heute wohl am verbreiteste Sorte, die Zespri Green, benannt, die seit 1970 fast nur noch angebaut wird. Aber auch hier fand eine Erweiterung statt. Das Ziel war es neben der handelsüblichen grünen eine Kiwi zu züchten, die ebenso gut vermarktet werden kann. Seit dem Jahr 2000 finden wir nun in den Supermärkten die sogenannte Zespri Gold – die gelbe Kiwi. Der Unterschied zwischen beiden Sorten liegt nicht nur in der Farbe. Während die grüne Kiwi länglich und dauerhaft behaart ist, verliert die eher tropfenförmige goldene Kiwi ihre Behaarung relativ schnell. Ebenso unterscheiden sie sich in ihrem Geschmack. Beide Sorten sind hingegen zweihäusig, was bedeutet, dass es einerseits Pflanzen mit nur männlichen oder weiblichen Blüten gibt. Es existiert jedoch eine Art namens „Jenny“, die sowohl männliche als auch weibliche Blüte auf einer Pflanze trägt.
Auch aus botanischer Sicht unterscheidet man die zwei Arten, nämlich in Actinidia deliocosa (grün) und Actinidia chinensis (gelb).
Will man die Kiwi privat anbauen, sollte man dazu in einer Gegend mit Weinbauklima wohnen und man sollte darauf achten, dass man immer eine männliche und weibliche Pflanze in regelmäßigen Abständen nebeneinander pflanzt. Ansonsten kann man keine Früchte ernten!

Neuseeland
High Schools in Neuseeland
